Vorsicht vor der Gedankenwelt der Kunden!

16.07.21 | Professional

Das Marketing wirbt gerne damit, Problemlöser zu sein. Dummerweise schafft es sich damit oft selbst ein Problem. Denn sich zu sehr in den Kunden hineinzudenken, birgt eine Gefahr.

Nehmen wir an, Sie bieten eine Dienstleistung oder ein Produkt, das dazu geschaffen ist, ein Problem zu lösen, das Arbeiten zu erleichtern oder das Leben angenehmer zu gestalten. Also wirklich eine ganz tolle Sache.

Vorsicht! Vermasseln Sie die Werbung nicht mit…

…einer negativen Situationsbeschreibung am Anfang. Beginnt ein Werbetext ausführlich mit dem Problem, mit dem sich der Kunde nicht wohlfühlt, zeugt das zwar von Verständnis, birgt aber die Gefahr der gelangweilten Reaktion: „Kenn ich doch, ist nix Neues.“ Wird dieses Gesülze „Ach wir verstehen dich ja so gut“ zur Litanei in allen Werbemedien, riskieren Sie Aufmerksamkeits-Müdigkeit und den Ruf der nervigen Schleimerei. Ganz klassischer Fehler: Zuviel Negatives am Anfang verdirbt die (Lese-)Laune.

Beispiel: Eine Getränkefirma wirbt ja auch nicht mit der unschönen Situationsbeschreibung des Verdurstens, sondern mit dem Geschmack und „Ah, jetzt geht es mir gut“-Gefühl.

Vermitteln Sie gleich das „So kann es viel besser sein“-Gefühl…

… mit einem positiven Text-Einstieg, der die Wünsche der Kunden abbildet. Nehmen Sie die Zielgruppe mit in eine Situation, in der alles hervorragend läuft – dank Ihres Produkts, Ihrer Dienstleistung. Diese „Stimmt, so wäre es echt besser“-Vision macht neugierig. Danach bleibt immer noch Platz, die Vorteile dem vermeidbaren Problem gegenüberzustellen.

Wenn Sie Ihre Kunden wirklich abholen wollen, dann machen Sie deren Problem nicht zu Ihrem, sondern nehmen Sie es ihnen ab: „Wir bieten dies und jenes, weil es dieses oder jenes für Sie einfacher macht.“ Klingt einfach. Ist auch so.

TEXT: Claudia Klaft